125 Jahre Sportfreunde Gmund-Dürnbach – Neuer Vorsitzender gesucht

News · verein · 2024-09-19 · Sebastian Schuch

Die Sportfreunde Gmund-Dürnbach feiern ihr 125-jähriges Bestehen – und sind auf der Suche nach einem neuen Vorsitzenden.

Auch wenn die Feier am vergangenen Wochenende ins Wasser gefallen ist, feiern die Sportfreunde Gmund-Dürnbach heuer einen ganz besonderen Geburtstag: ihr 125-jähriges Bestehen. Genauer gesagt war es am vergangenen Freitag, 13. September, schon soweit. Da hätte das Fest am Samstag perfekt gepasst. „Bei der nächsten Vereinsausschusssitzung am 27. Oktober werden wir darüber diskutieren, wann ein neuer Termin sein könnte“, kündigt Vorsitzender Marco Senger an, dass die Feier nur aufgeschoben, nicht aufgehoben sein soll.

Gegründet wurde der Turn-Verein Gmund, damals noch ohne Dürnbach, am 13. September 1899. Johann Hagenauer war der erste Vorsitzende. 1924, vor 100 Jahren also, kam die Sparte Fußball hinzu. Ein erster Meilenstein der Vereinsgeschichte war 1929 der Kauf der ehemaligen Postgarage, die am heutigen Standort zur Seeturnhalle umgebaut wurde. 1500 Mark kostete das den Verein.

Nach der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten folgte am 5. Januar 1946 die Wiedergründung, bereits Ende des Jahres wurde die Stegmoar-Schanze eröffnet. 1954 pachteten die Sportfreunde ein Grundstück an der Tölzer Straße und verwenden dieses bis heute als Fußballplatz. Am 10. April des selben Jahres benannte sich der Verein auf Antrag der damals noch eigenständigen Gemeinde Dürnbach in SF Gmund-Dürnbach um. 1957 gründete sich die Sparte Tischtennis. Ein Mammutprojekt war der Bau des Vereinsheims, das 1994 eingeweiht wurde. 3700 Arbeitsstunden leisteten die Mitglieder, stemmten 300000 der eine Million Mark Baukosten in Eigenleistung.

Wie nahe Höhen und Tiefen zusammenliegen können, erlebten die SF Gmund-Dürnbach rund um die Jahrtausendwende. War die 100-Jahr-Feier 1999 noch ein voller Erfolg, drohte nur ein halbes Jahr später die Auflösung. Erst in einer außerordentlichen Hauptversammlung fand sich ein Nachfolger für den scheidenden Ersten Vorsitzenden Peter Targatsch, der die Geschicke seit 1990 geführt hatte. Bis 2013 stand Lothar Bachheibl den Sportfreunden vor. „Mein unmittelbarer Vorgänger“, erklärt Senger. Er war von 2013 bis 2019 Erster Vorsitzender und ist es seit 2022 wieder.

Im kommenden Jahr ist aber Schluss. Eigentlich wollte Senger sein Ausscheiden beim Jubiläumsfest bekanntgeben. Die Regenmassen machten diesen Plan zunichte. „Der harte Kern weiß es ja“, sagt Senger. Nun sucht der Verein erneut einen Nachfolger. Kandidaten gibt es bislang keine, berichtet Senger. „Vielleicht fühlt sich ja jemand berufen.“

Dabei brauche es keine große Vorerfahrung. „Ich war damals ein No-Name“, erinnert sich Senger an seine Kandidatur zurück. Erst Ende 2010 war er als Tischtennisspieler zum Verein gekommen, kannte nur wenige mehr. „Das kann durchaus Vorteil sein, wenn man keine Altlasten mit sich rumschleppt. Man kann frisch, frei, fromm und fröhlich an die Aufgaben herangehen.“

Freuen können sich etwaige Kandidaten auf ein engagiertes Vorstandsteam. „Mein Nachfolger steht nicht alleine da!“, betont Senger. Auch in den Sparten laufe es sehr gut. Bei den Fußballern finde sich die SG Tegernseer Tal mit dem TV Tegernsee und dem TSV Bad Wiessee immer mehr, die Tischtennisspieler – vor allem die Jugend – gehören zu den besten der Region, und die Bogenschützen können an ihrem neuen Domizil an der Kreuzstraße expandieren. Um nur drei Beispiele zu nennen. Die größte der zehn Sparten des Vereins mit 1190 Mitgliedern ist das Turnen.

Gleichwohl gibt es auch Herausforderungen, das will Senger gar nicht verschweigen. Der Umbau des Vereinsstüberls soll zwar noch dieses Jahr abgeschlossen werden und die neuen Wirte zum 1. November loslegen. Doch das kostet. „Wir schwimmen nicht im Geld“, verweist Senger darauf, dass die Spartenbeiträge seit mehr als zehn Jahren nicht angehoben wurden. „Wir sind auf Unterstützung der Mitglieder und Förderer angewiesen.“ Neben dem Umbau im Vereinsheim stehen in den nächsten Jahren etwa die Umrüstung auf eine LED-Lichtanlage oder eine bessere Bewässerung der Fußballplätze an. „Die Anlagen sind die Herausforderung“, fasst Senger zusammen, „wir sind da dringend auch auf die Unterstützung unserer Gemeinde angewiesen.“

Zunächst wird sich der neue Vorsitzende zusammen mit dem Organisationsteam voraussichtlich aber um das Nachholen des großen Jubiläumfests kümmern. Terminfindung, Programm, Bewirtung. Sicherlich ein interessanter Start, aber gleichzeitig die erste Möglichkeit, auch eine Duftmarke zu setzen – und die Mitglieder und sich selbst mit einem tollen Fest zu belohnen.

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